Gemeinsam Lücken schließen

Der Mensch im Fokus

Versorgungsverbünde, wie es die meisten Demenznetzwerke sind,  wollen durch ihre Zusammenarbeit in erster Linie bestehende Angebote für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen bündeln und miteinander verknüpfen. Doch bereits zu Beginn der Vernetzung mit anderen Institutionen zeigt sich, dass jedes (werdende) Mitglied seine eigenen Interessen und Ziele in die Netzwerkarbeit einbringt. Diese sollten zunächst in ein übergeordnetes Zielbündel zusammengefasst werden, aus dem sich dann die gemeinsamen Netzwerkziele sowie der primäre Auftrag des Verbunds ergeben.

Leitfragen zur Zieldefinition

  • Welche Ziele will das Netzwerk verfolgen?
  • Welche Ziele verfolgen die einzelnen Netzwerkakteure und wie können diese in ein gemeinsames Zielportfolio überführt werden?
  • Im Zeichen einer strukturierten Vorgehensweise empfiehlt sich die Differenzierung der netzwerkspezifischen Ziele anhand folgender Kategorien:
  • Welcher (Arbeits-)Auftrag ergibt sich hieraus für das Netzwerk?
  • Wie muss das Netzwerk konfiguriert werden, um diese Ziele zu erreichen?

Sind die Ziele und der Auftrag des Demenznetzwerks definiert, sollten sie in einem Leitbild oder Positionspapier festgehalten und allen Mitgliedern zugänglich gemacht werden. Solche Handreichungen können mithilfe eines Brainstormings oder einer Literaturrecherche verfasst werden. Auch können sich Netzwerkverantwortliche an bereits bestehenden Leitbildern bzw. Positionspapieren orientieren und sie an ihr eigenes Netzwerk anpassen. Manchmal kann das Leitbild eines übergeordneten Trägers auch direkt als Netzwerkleitbild mitverwendet werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Erstellung einer Wissenslandkarte. Sie zeigt auf, welches Wissen bereits vorhanden ist und welches noch erworben werden muss. Daraus ergeben sich zunächst Wissensziele, die in Netzwerkziele umgewandelt werden können. Ähnlich ist es bei Wissensbestandkarten. Sie geben Auskunft darüber, welches Wissen bzw. welche Informationen wie und wo gespeichert sind.

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„Demenz aus der Tabuzone holen“

Im Jahr 2000 machte sich die Stadt Arnsberg auf den Weg zu einer demenzfreundlichen Kommune. Welche Ziele sich die Stadt für die Netzwerkarbeit setzte, darüber spricht Marita Gerwin von der Fachstelle Zukunft Alter.

Mögliche Ziele von Demenznetzwerken

  • Menschen mit Demenz und pflegende Angehörige früh erreichen und in das Netzwerk integrieren
  • Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Demenz erhalten und fördern
  • Pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz umfassend informieren
  • Pflegende Angehörige entlasten
  • Die Vernetzung zwischen Akteuren im Demenznetzwerk verbessern
  • Eine solide Finanzgrundlage für das Netzwerk entwickeln/ausbauen
  • Wissen innerhalb und außerhalb des Netzwerks optimal austauschen
  • Effiziente Steuerung des Netzwerks

Die Ziele eines Demenznetzwerks sind nicht statisch, sondern können sich im Verlauf der Netzwerkarbeit verändern. Eine regelmäßige Überprüfung der im Leitbild und/oder Positionspapier festgelegten Ziele ist daher ratsam.

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