Strukturen sichern,
Existenz zu sichern

Nachhaltig finanzieren – aber wie?

Das Finanzierungskonzept ist das Herzstück eines Demenznetzwerks. Denn stehen nicht ausreichend, oder nur zeitweise finanzielle Mittel zur Verfügung, kann das den Netzwerkaufbau und -betrieb behindern oder zum Erliegen bringen. Um einen Verbund erfolgreich und langfristig zu betreiben ist ein Finanzierungskonzept erforderlich, dass sich an den Faktoren einer nachhaltigen Finanzierung orientiert. Zu diesen Faktoren gehören:

Primäre Finanzierungsquelle

Die Finanzierungquelle, über die sich ein Demenznetzwerk maßgeblich finanziert, ist ein bedeutender Indikator für dessen Erfolg bzw. Nachhaltigkeit. Netzwerke, die sich in erster Linie über öffentliche Fördergelder finanzieren, haben in der Regel keine gesicherte Finanzierungsgrundlage für den Betrieb ihres Netzwerks.

Struktur- und auftragsorientierte Finanzierungsquellen

Von entscheidender Bedeutung für die Nachhaltigkeit eines Demenznetzwerks ist, dass strukturorientierte finanzielle Mittel verfügbar sind, um die Infrastruktur des Verbunds zu stärken. Schafft es ein Netzwerk, ausreichend strukturorientierte Gelder zu akquirieren, trägt das in hohem Maße zur finanziellen Sicherstellung und Nachhaltigkeit bei. Zudem sind auftragsorientierte Mittel notwendig, um das Netzwerk weiterzuentwickeln und Innovationen umsetzen zu können.

Quellen der Innen- und Außenfinanzierung

Ein weiterer Faktor für eine nachhaltige Finanzierung ist das Vorhandensein von Quellen der Innen- und Außenfinanzierung. Dabei sind außenliegende Finanzierungsquellen, wie zum Beispiel Fördergelder, von besonderer Relevanz. Insgesamt ist für die Schaffung einer nachhaltigen Finanzierungsgrundlage ein Mix aus Innen- und Außenfinanzierungsquellen ratsam.

Finanzierungmix

Ohne einen Finanzierungsmix ist es für ein Demenznetzwerk schwierig flexibel zu sein, nachhaltig zu wirtschaften und langfristig zu bestehen. Netzwerke, die finanziell abgesichert sind, weisen eine höhere Anzahl an Finanzierungsquellen auf, als finanziell unsichere.

Finanzierungssurrogate

Nahezu jedes Demenznetzwerk greift auf Finanzmittelsurrogate zurück. Am häufigsten werden dabei Zeitspenden in Anspruch genommen. Meist geschieht das in Form von personellen Freistellungen für die Netzwerkarbeit. Beispielsweise steht dem Demenznetzwerk unentgeltlich ein Netzwerkverantwortlicher für die Koordination zur Verfügung.

Notwendige Impulse

Um den Anforderungen eines Demenznetzwerks gerecht zu werden, die Netzwerkziele zu erreichen oder aber ein Netzwerk überhaupt erst aufbauen zu können, sind die Netzwerke auf Impulse von außen angewiesen. Diese Impulse können personeller, finanzieller oder kommunaler Natur sein.

Hauptamtliches Personal

Netzwerke, die finanziell nachhaltig sind, verfügen in der Regel über hauptamtliches Personal, dass die Netzwerkaktivitäten selbst koordinieren kann. Diese Netzwerkverantwortlichen werden über die Kommune, Mitgliedsbeiträge, Fördergelder oder selbsterwirtschaftete Einnahmen finanziert. Personal, dass durch einen Träger im Netzwerk von der eigentlichen Profession freigestellt wird, gilt nicht als hauptamtlich.

Finanzierungvolumen der Kosten

Zur Finanzierung eines regionalen Netzwerkes, dass als Hauptbestandteil mindestens eine Vollzeitstelle, eine Koordinationsstelle und weitere finanzielle Mittel für die Ausstattung und betriebliche Aktivitäten benötigt, ist – je nach Kostenstruktur – ein Finanzierungsvolumen zwischen 63.000€ und 78.000€ notwendig.

Anzahl vernetzter Akteure

Ein weiterer Faktor zur nachhaltigen Finanzierung eines Demenznetzwerks ist die Anzahl der aktiven Akteure. Nachhaltige Netzwerke vernetzen mehr Akteure und versorgen mehr Menschen mit Demenz.


Grundsätzlich bestehen verschiedene Möglichkeiten ein Netzwerk nachhaltig zu finanzieren. Von Vorteil sind strukturorientierte Geldleistungen, wie Mitgliedsbeiträge bzw. Geldleistungen der Träger und/oder einer Gebietskörperschaft. Denn sie unterstützen den infrastrukturellen und personellen Aufbau des Netzwerks, der von entscheidender Bedeutung für die Nachhaltigkeit ist. Außerdem ermöglichen sie eine langfristige Handlungsfähigkeit, mit der bedarfsorientierte Leistungen entwickelt und angeboten werden können. Neben den verschiedenen Finanzierungskonzepten existieren weitere Rahmenbedingungen, die die Nachhaltigkeit eines Netzwerkes fördern: Kann ein Demenznetzwerk ein Finanzmittelvolumen von mindestens 50.000€ pro Jahr zur Finanzierung einer hauptamtlichen Personalstelle und einer Geschäftsstelle aufbringen, ist das Netzwerk auf einem guten Weg zur Nachhaltigkeit. Werden außerdem mehr als 40 bis 50 Akteure im Netzwerk aktiv und wird generell ein differenzierter und umfangreicher Finanzierungsmix aufgebaut, fördert auch das die Etablierung und Aufrechterhaltung des Netzwerks.

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